Der Tourismus im Allgäu hat sich über die letzten Jahre hinweg stark verändert und wird auch in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle für die regionale Wirtschaft spielen. 2023 und 2024 zeichnen sich durch einen klaren Trend hin zu Nachhaltigkeit, digitaler Vernetzung und einer ganzjährigen Ausrichtung des Angebots aus. Ein Blick auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen zeigt, wie sich die Region auf die Wünsche und Anforderungen moderner Reisender einstellt und gleichzeitig ihre kulturellen und natürlichen Ressourcen bewahren möchte.
Tourismus im Wandel: Mehr Nachhaltigkeit und Vielfalt
Seit den letzten Jahren zeigt sich ein klarer Trend, dass immer mehr Touristen den Tourismus im Allgäu als ein Erlebnis und weniger als bloßen Urlaub ansehen. Besonders nach der Pandemie hat sich das Reiseverhalten verändert: Während die klassische Sommer- und Winterreise nach wie vor ihre Bedeutung hat, steigt das Interesse an sanftem Tourismus. Regionen im Allgäu setzen vermehrt auf nachhaltige Mobilität, der Sanfte Tourismus ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine feste Größe in der regionalen Strategie. Gäste suchen verstärkt nach Erlebnissen, die im Einklang mit der Natur stehen und die regionale Kultur sowie Traditionen erleben lassen.
Das Allgäu hat seine regionale Identität als wertvolles Marketinginstrument etabliert. Lokale Produkte und Dienstleistungen, die das Handwerk und die Kulinarik betreffen, rücken immer mehr in den Fokus. Touristen können nicht nur die Natur genießen, sondern sich auch intensiv mit der Region und ihren Menschen auseinandersetzen. Vom Besuch auf einem traditionellen Bauernhof bis hin zu kulinarischen Entdeckungstouren – das Allgäu bietet heute viel mehr als nur landschaftliche Schönheit.
Im Jahr 2023 war der Trend zu nachhaltigen Reiseangeboten bereits stark spürbar. So wurde beispielsweise das Thema E-Mobilität stark ausgebaut. Viele Hotels und touristische Anbieter setzen mittlerweile auf Elektrofahrzeuge oder bieten ihren Gästen Ladestationen für Elektroautos an. Das Allgäu ist auf dem besten Weg, sich als führende grüne Region zu positionieren, sowohl in Bezug auf den Tourismus als auch in Bezug auf nachhaltige Wirtschaftsstrategien.
Digitalisierung als Schlüssel für die Zukunft
Ein weiterer wichtiger Trend für die kommenden Jahre ist die Digitalisierung des Tourismusangebots. Die Region hat bereits im Jahr 2023 einen großen Schritt in Richtung digitale Gästekarten unternommen. Mit dieser Technologie können Gäste alle Angebote in der Region – von Wanderungen bis hin zu Freizeitaktivitäten – bequem per App buchen und erleben. Diese digitale Plattform verbindet die touristischen Akteure miteinander und ermöglicht es den Gästen, alle Dienstleistungen einfach und schnell zu nutzen. Ein weiterer Vorteil: Smartphones werden als zentrale Informationsquelle genutzt, was den Tourismus noch komfortabler macht.
Auch die Social-Media-Präsenz ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie vieler Allgäuer Anbieter. Immer mehr Anbieter nutzen Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok, um die Region als Ziel für digitale Nomaden, Jungunternehmer und abenteuerlustige Reisende zu positionieren. Besonders die Visibilität auf Instagram hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Influencer und Blogger, die ihre Eindrücke aus der Region teilen, spielen eine zunehmend bedeutende Rolle bei der Ansprache einer jüngeren Zielgruppe.
2025: Die Vision einer ganzjährigen Region
Ein Ziel, das sich die Allgäuer Tourismusbranche bis 2025 gesetzt hat, ist die Etablierung einer ganzjährigen Tourismusregion. Der Wintertourismus wird nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, doch immer mehr Destinationen entwickeln Angebote für den Sommer und Herbst. Aktivitäten wie Radfahren, Wandern und Kulturreisen werden zu wichtigen Wachstumstreibern, die helfen, die Zahl der Übernachtungen über die Sommermonate hinweg zu steigern. Besonders im Sommer 2023 war die Zahl der Gäste, die sich für Wanderungen und Radurlaub entschieden, stark gestiegen. Dies zeigt, dass das Allgäu nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über als Reiseziel immer beliebter wird.
Im Jahr 2025 soll ein nachhaltiger, regionaler Tourismus weiterentwickelt werden, bei dem auch der sanfte Tourismus eine zentrale Rolle spielt. Das bedeutet, dass sich das Angebot auf naturverbundene Aktivitäten konzentriert, die auch in Zeiten des Klimawandels verantwortungsvoll umgesetzt werden können. Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutzprojekte rücken in den Vordergrund und helfen dabei, das Allgäu als zukunftsfähige Region zu präsentieren.
Schlussbetrachtung: Ein wachsender, nachhaltiger Sektor
Mit einer klaren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung wird der Tourismus im Allgäu auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Der Trend geht weg von Massenreisen und hin zu authentischen, nachhaltigen Erlebnissen, die den Gästen nicht nur eine Auszeit, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Region und ihre Menschen vermitteln.
Quellen:
Allgäu Tourismus
B2B allgaeu.de
